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Helfen Sie, inhumane Bräuche in Nepal zu stoppen

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Mit Ihrer Spende helfen Sie Humanist*innen vor Ort, die Zahl der Opfer inhumaner traditioneller Bräuche in Nepal zu verringern

Unsere Partnerorganisation in Nepal, die Society for Humanism (SOCH) Nepal, hat sich zum Ziel gesetzt, das Leid der Opfer inhumaner traditioneller Praktiken zu beenden. Seit 2006 dokumentiert SOCH die grausamen Vorfälle und betreibt ein Netzwerk für Betroffene. Obwohl viele Praktiken – auch aufgrund der erfolgreichen Arbeit von SOCH – von der nepalesischen Regierung formal verboten wurden, leben sie in der Bevölkerung des Landes nahezu unvermindert fort, sodass die Zahl der Betroffenen sogar weiter steigt.

Unser Partner vor Ort: Uttam Niraula, Mitgründer und Direktor von SOCH Nepal sowie Mitglied im Vorstand von Humanists International

Mädchen und Frauen aus extrem ärmlichen Verhältnissen, sowie Angehörige der „Dalit“-Kaste, die sogenannten „Unberührbaren“, und Menschen mit Behinderung zählen mit zu den häufigsten Opfern: Jeden Monat erfahren viele Menschen in Nepal aufgrund traditioneller Praktiken unermessliches Leid, durchschnittlich zwei werden getötet. Von 34 ermordeten Menschen im Jahr 2018 waren 28 Mädchen und Frauen. Urgrund der meisten schädlichen Bräuche ist eine gefährliche Mischung aus Unwissen, Aberglaube, Armut und der Hoffnung auf Statusgewinn. Zu den Täter*innen zählen oft auch Familienmitglieder der Opfer, lokale Eliten und Volksvertreter*innen. Bis auf wenige Ausnahmen befördern oder verschweigen alle Schichten der Gesellschaft das Problem.

Zu den gefährlichen traditionellen Praktiken zählt etwa der „Deuki“-Brauch, also der Verkauf von minderjährigen Mädchen aus verarmten Familien als „Opfergaben“ an Hindu-Tempel. „Deuki“ beziehen kein Gehalt und sind so häufig zur Prostitution gezwungen. Viele Menschen, besonders im Westen Nepals, glauben, dass der sexuelle Kontakt zu einer „Deuki“ Glück bringen und von Sünden reinigen soll. Ähnliches gilt für die Mädchen und jungen Frauen, die sich als Mitglieder der angeblich niederen „Badi“-Kaste, eine Untergruppe der „Dalit“, als Prostituierte verdingen müssen.

Lesen Sie hier mehr über Hintergründe von inhumanen Bräuchen in Nepal

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie den Opferschutz und die wichtige Kampagnenarbeit der Society for Humanism Nepal gegen inhumane traditionelle Praktiken. Um Druck auf nationale und regionale Regierungsvertreter*innen auszuüben wird vierteljährlich ein Bericht über aktuelle gewalttätige Übergriffe in den zentralen nationalen und regionalen Zeitungen veröffentlicht.

Darüber hinaus geht ein gedruckter Bericht an alle beteiligten Ministerien und Entscheidungsträger*innen auf nationaler und regionaler Ebene. Opfer von Gewalt und Verfolgung werden beraten, medizinisch betreut und unterstützt, ihre Rechte vor Gericht durchzusetzen.

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Weitere Hintergründe zu inhumanen Bräuchen in Nepal

Kinderehen sind ein grundsätzliches Problem in Nepal und bedingen die steigende Zahl der Schulabbrecher*innen. Als „Kanyadan“ wird der nepalesische Brauch bezeichnet, junge Mädchen vor der ersten Menstruation zu verheiraten, viele von ihnen haben ihren Ehemann niemals zuvor gesehen. Diese Praxis soll von Sünden reinigen und das Ansehen der Familie des Ehemannes mehren. Die ethnische Gruppe der Gupha Rakhne praktiziert vielfach noch ein voreheliches Ritual, bei dem Mädchen zwölf Tage allein im Dunkeln bei karger Kost für die Ehe „gereinigt“ werden. Gemäß der Chui-Tradition gelten Mädchen und Frauen während der Tage der Menstruation als unantastbar. Sie dürfen weder Pflanzen, noch Früchte oder Kinder berühren, da diese sonst verderben könnten. Nach der Chaupadi-Tradition müssen Mädchen in West-Nepal während der Menstruation in winzigen dunklen und unbeheizten Hütten außerhalb des Dorfes leben, wo sie immer wieder Opfer von Angriffen und Vergewaltigungen werden. Die immer noch verbreitete Praxis der Polyandrie („Vielmännerei“) verlangt von Ehefrauen, auch die sexuellen Bedürfnisse der Brüder und Verwandten ihrer Ehemänner zu befriedigen. Nach dem „Kumari“-Kult werden junge Mädchen als lebende Göttinnen verehrt, denen täglich blutige Tieropfer dargebracht werden. Zur Schule dürfen sie nicht gehen. Sobald sie ihre Regelblutungen bekommen, werden sie verstoßen und haben es schwer, einen Ehemann zu finden, da die Ehe mit einer „Kumari“ Unglück bringen soll.

Die sogenannten „Kamalari“ sind Mädchen, die im Alter von etwa sechs bis sieben Jahren von ihren verarmten Eltern als Sklavinnen an wohlhabende Familien verkauft werden, um die anderen Familienmitglieder ernähren zu können. Die Mädchen verrichten in der Regel harte Arbeit ohne Bezahlung und angemessene Ruhepausen, dürfen nicht zur Schule zu gehen, erhalten minderwertige Kost.

Aber auch erwachsene Frauen sind in großen Teilen der nepalesischen Bevölkerung weitgehend rechtlos. Nach dem „Talak-Pratha“-Brauch dürfen sich muslimische Ehemänner ohne Gerichtsurteil als geschieden erklären, den Grund für die Scheidung erfahren viele Frauen nicht. „Jhutho Khane“ ist eine Tradition nach der Ehefrauen verpflichtet sind, die Essensreste des Ehemannes zu essen. Besonders wirtschaftlich mittellose und alleinstehende Frauen aus armen Gemeinden sind vielfach der Hexenverfolgung und damit mentaler und körperlicher Folter ausgesetzt, immer wieder auch mit Todesfolge. Die Liste der lebensbedrohlichen Bräuche in Nepal ist damit noch nicht beendet.

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